Das zu visualisierende physikalische Modell liefert uns ein Spektrum
. Es ist im allgemeinen unmöglich, einen Bildschirm oder ein
Fotopapier dazu zu bewegen, dieses Spektrum originalgetreu abzustrahlen
bzw. bei einer bestimmten Beleuchtung zu reflektieren. Glücklicherweise
ist das auch gar nicht notwendig. Das auf Erfahrungstatsachen basierende
farbmetrische Grundgesetz ([RICH80] S. 31f) besagt nämlich
(Zitat):
Das helladaptierte trichromatische Auge bewertet die einfallende Strahlung nach drei voneinander unabhängigen spektralen Wirkungsfunktionen linear und stetig, wobei sich die Einzelwirkungen zu einer untrennbaren Gesamtwirkung addieren.Oder kurz ausgedrückt: Farben sind Elemente eines dreidimensionalen Vektorraums.
Das Spektrum kann als Element eines unendlichdimensionalen Vektorraums
aufgefaßt werden. Es enthält also viel mehr Information, als unser Auge
erfassen kann. Die oben erwähnte Bewertung mit drei Empfindlichkeitskurven
entspricht einer Projektion auf einen dreidimensionalen
Untervektorraum mit der Basis
(
):
Dieser dreidimensionale Farbvektor
repräsentiert eindeutig den
Farbeindruck, den unser Auge von dem gegebenen Spektrum hat.
Die Farbdarstellung auf einem Bildschirm bzw. Film oder Videoband beruht
in dem hier verwendeten RGB-Farbmodell auf der additiven Farbmischung der
drei Grundfarbenkomponenten Rot, Grün und Blau. D.h. diese drei Farben
bilden die Basis, in der alle Farben durch einen 3-Vektor dargestellt
werden können. Die Komponenten
dieses Vektors sind die Anteile
der Grundfarben an dieser Farbe.
Die Menge der auf einem Bildschirm darstellbaren Farben ist allerdings technischen Einschränkungen unterworfen. Negative Farbkomponenten, die bei der Abbildung von reinen Spektrallinien vorkommen würden, können natürlich nicht dargestellt werden. Nach oben sind die Amplituden ebenfalls beschränkt.
Bei einem relativ flach verlaufenden Spektrum, wie etwa dem Planckspektrum, kann man die Integrale aus Gleichung (53) durch eine Summe aus wenigen gewichteten Einzelintensitäten ersetzen.