Ein Röntgenpulsar ist ein stark magnetisierter, rasch rotierender
Neutronenstern, der zusammen mit einem normalen Stern ein enges
Doppelsternsystem bildet. Durch seinen kleinen Radius von etwa 10km und
seiner im Vergleich dazu großen Masse von ungefähr einer Sonnenmasse ist
ein Neutronenstern ein äußerst kompaktes Objekt mit einer Dichte von
.
Durch die starke Gravitationswirkung wird Masse aus dem normalen
Begleitstern herausgezogen. Diese strömt auf den Neutronenstern zu und
bildet um ihn herum eine dünne Scheibe, die sogenannte Akkretionsscheibe. Von deren innerem Rand stürzt die Materie dann
endgültig auf die Neutronensternoberfläche. Die ionisierte Materie, die
aus der Scheibe in das extrem starke Magnetfeld (
-
Tesla an
der Sternoberfläche) des Neutronensterns eintritt, kann sich nur noch
längs der Magnetfeldlinien bewegen und wird daher zu den Magnetpolen hin
gebündelt. Das fallende Plasma bildet über den Magnetpolen eine
sogenannte Akkretionssäule.
Bei den beiden Magnetpolen treffen auf eine Fläche von nur wenigen Quadratkilometern 100 Milliarden Tonnen Materie pro Sekunde mit bis zu 70% der Lichtgeschwindigkeit auf. Dabei wird die Oberfläche durch die bei der Abbremsung freigesetzte kinetische Energie auf Temperaturen von ca. 100 Millionen Grad aufgeheizt, was zur Emission von Röntgenstrahlung führt. Die Emissionsgebiete werden Hotspots genannt.
Die Abstrahlung des Röntgenlichts ist auf eine oder mehrere Vorzugsrichtungen konzentriert. Da die Achse durch die magnetischen Pole im allgemeinen nicht mit der Rotationsachse zusammenfällt, sehen wir die Röntgenstrahlung mit der Rotationsperiode gepulst.